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Josef Schöber
Angeblich "nur selten küßt den Kaufmann die Muse". Dieser Satz läßt sich mit einer gewissen Berechtigung auf die Techniker übertragen. Denn sieht man beispielsweise von Max Eyth, Heinrich
Seidel und anderen ab, die zudem meistens Prosa schreiben, so ist auch ihr Berufsfeld unter den Autoren schöngeistiger Literatur vergleichsweise schwach vertreten. Zu den Ausnahmen gehört Dipl Ing. Josef Schöber.
1935 im schlesischen Hennersdorf bei Neisse geboren, erlebte er als Kind die mit großer Brutalität geführten Kämpfe am Ende des Zweiten Weltkriegs, kam in polnische Internierungslager und wurde
schließlich (1947) ausgewiesen. Diese schrecklichen Ereignisse dürften sein Welt- und Menschenbild entscheidend mitgeprägt haben. Die daraus resultierende Skepsis wird unter anderem in "Der homo technicus"
deutlich:
In seinem steten Schöpferdrang dreht er am großen Lebensrad und geht dabei auf schmalem Grat ganz dicht am eignen Untergang.
Nach einem Ingenieurstudium ist der Verfasser seit Jahren als Abteilungsleiter in einem Verkehrsbetrieb tätig. Dadurch sind mancherlei Beiträge zur Technikgeschichte sowie über U- und Straßenbahnen
für Fachzeitschriften entstanden. Trotz Zeitnot, die bis jetzt größere poetische Aktivitäten verhindert, finden sich aber auch mehrere Gedichte in Jahrbüchern und anderen Periodika. Die fast gesamte lyrische
"Ausbeute" ist erstmals in der vorliegenden Sammlung enthalten.
Sie dokumentiert Schöbers Protest gegen die Auswüchse der Wohlstandsgesellschaft: ihre fast nur auf das Materielle ausgerichteten Zwecke, Entfremdung und Verfügbarkeit des Menschen durch willige
Anpassung an die Auswüchse des Zeitgeistes, der sich in Nivellierung und Zerstörung traditioneller ethischer Werte unheilvoll bekundet Schon deshalb, doch ebenso wegen seiner gekonnten Sprache, ist dem Bändchen
weite Verbreitung und wohlwollende Beachtung zu wünschen!
Dr. Herbert Gröger
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